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Vienna Scientists V

Das Warten hat ein Ende! Frisch aus dem Presswerk liegt sie zur Feier des zehnjährigen Label-Bestehens auf dem Tisch: Die neue Vienna Scientists V. Voll warmem Soul, kickendem Funk, freshen Discobeats und entspanntem Jazz. Dancefloor- und songorientiert statt totgesampelt, dazu ein Faible für Tiefe und Wärme – so glut- und gleichzeitig gefühlvoll, mit mehr Vocals denn je zuvor präsentiert sich das Wiener Label im Jahre 2009.

Elektrifizierende und mitreißende Tunes sind das Ergebnis, das sich in jedem der zwölf neuen, so fein wie geschmackvoll ausgewählten, Titel niederschlägt. Vienna Scientists V gibt einen Überblick über die zeitgenössische Wiener Musik- und Clubkultur.

Auf der Jubiläums-CD versammelt sind langjährige Eckpfeiler des Scientists-Sounds wie Dub-Master Stefan Obermaier, die Kosmopoliten von Madrid de Los Austrias, Legenden der Marke Makossa & Megablast sowie natürlich Gernot Ebenlechners und Jürgen Drimals eigenem künstlerischen Ventil Freedom Satellite, mit dem die Label-Historie einst begann.

Aber auch vergleichsweise neue Projekte stellen sich vor: der Bassist Stefan Fallmann aka Flaer oder die Jazzer von Scheckter. Schließlich überrascht das Album mit Genre-Größen wie dem Innsbrucker Ed Royal oder dem US-Kollektiv Fort Knox Five, wenn auch der Wahl-Wiener Rodney Hunter hier ordentlich Hand angelegt hat. Nur die Optik bleibt beim Alten, das Cover stammt wie gewohnt von Wiener Maler Mario Huber und sorgt für den entsprechenden Wiedererkennungswert.

Track Infos

01 Freedom Satellite — Astro Black (The Big Wow Mix) [3:48] *

Mit hypnotischer Bassline, schiebendem Beat und Flächen, bei denen man am liebsten abheben würde, nimmt die neue Freedom-Satellite-Nummer gleich zu Beginn des Albums gefangen. Jürgen Drimal und Gernot Ebenlechner haben sich hier den Vocals des Jazz-Klassikers „Astro Black“ des Jazz-Avantgardisten Sun Ra angenommen und einen Tune geschaffen, der nicht mehr loslässt. Der Rhythmus fesselt und gibt die Marschroute der Compilation vor: Ab in den Club!

02 BOOGIEWOOD — Guy Le Arch [4:47] *

Ganz in der dubbigen Labeltradition steht der Titel „Guy Le Arch“ des im Jahre 2003 gegründeten Wiener Boogiewood-Projekts. Gerald Tomez und Wolfgang „Jesse“ Linhart garnieren diese Roots mit einem jazzigen, easy vor sich hinpluckernden Groove. Das wirkt samt Gitarren und Flöte so entspannt wie lässig.

03 THE FORT KNOX FIVE — Uptown Tricks (Rodney Hunter Remake) [4:05]

Das Tempo zieht mit Album-Nummer 3 leicht an: Rodney Hunter treibt die soulige Vorlage „Uptown Tricks“ des sich in kein Genre pressen lassenden US-Kollektivs Fort Knox Five eindeutig in Richtung Discokugel. Dieses unwiderstehliche Remake würde selbst John Travolta noch heute auf die Tanzfläche locken.

04 ED ROYAL — Hiphop To Funk feat. BadKat & Lady Daisey [3:35]

Der Innsbrucker Breakbeat/ Nu-Funk-Produzent Ed Royal setzt da an, wo die vorige Nummer aufhört: Old School HipHop meets Funk, angetrieben durch die fetten Lyrics der Rapperin BadKat und dem smoothen Scat von Lady Daisey. Es lebe die „Four on the Floor“.

05 MAKOSSA & MEGABLAST — Mama feat. 3gga [4:51]

Die Wiener Legenden Makossa & Megablast halten die musikalischen Wurzeln hoch und steuern eine deepe, dubbige Nummer mit treibendem elektronischem Offbeat bei. Veredelt wird sie durch die afrikanischen Vocals des in Wien lebenden Reggae-Sänger aus Lagos 3gga aka Michael Osayande.

06 KARUAN — Reflections Of A Poem feat. Oddateee [5:10]

Karuan aka Karwan Marouf, in Wien geborener Sohn kurdischer Eltern, liefert mit „Reflections of a Poem“ einen geschmeidigen Funk-Knaller mit orientalischen Elementen und eingängiger Gitarren-Hook. Auch hier fehlen nicht die rotzigen Raps, hier vom US-HipHopper Oddateee.

07 MADRID DE LOS AUSTRIAS — Don’t Tell Everybody [5:18] *

Sunshine-Mann Heinz Tronigger und Soundtüftler und Nigel-Hayes-Produzent Michael „Pogo“ Kreiner krönen die Vienna Scientists V unter ihrem Moniker Madrid de los Austrias (MDLA) mit einer neuen, dezenten Clubnummer und ziehen damit das Tempo deutlich an. Der Bass macht unmissverständlich klar, worum es hier geht: Tanz. Baby!

08 RODNEY HUNTER — Faith [7:40] **

Titel Nummer 8 ist vom Wahl-Wiener Rodney Hunter himself. Der Titel „Faith“ aus seiner gerade erst erschienenen „Dedications EP“ baut sich schön behutsam zu einer, von treibenden Percussions gepushten Tanznummer auf, die man ohne Schamesröte im Gesicht dem weitläufigen Genre „House“ zuordnen kann. Die Gitarre funkt lässig durch die Tanzflur.

09 FLAER — Dynamic [4:07] *

In bester P-Funk-Manier behandelt Stefan Fallmann aka Flaer seinen Bass im mit 121 Beats per Minute schnellsten Titel auf der Compilation: “Dynamic” heißt der lässige Hüftwackler mit angenehmer Frauenstimme, authentischen Streichern und genretypischer Flöte. Es lebe der Disco-Sound!

10 STEFAN OBERMAIER — Bah Mea [5:14] *

Stefan Obermaier weiß, wie Downbeat funktioniert: “Bah Mea” aus seiner soeben digital erschienenen Drifter EP (das 19. Vienna-Scientists-Release) startet mit flächig-atmosphärischem Intro. Schön spannt Obermaier den Spannungsbogen, bis die dubbig elektifizierten Latinrhythmen mit halligen Samples losbrechen und es kein Halten mehr gibt.

11 MOSQUITO FACTORY — Do It Right feat. Hubert Tubbs [6:28]

Wärme und purer Soul in der zurückgenommenen, geradezu fragilen Stimme des Ex Tower-of-Power Sängers Hubert Tubbs veredlen die vorletzte Nummer “Do it Right”. Mosquito Factory um Robert Rehak und Gregor Nezval ist eine Funk-Combo mit Musikern, die ihre Instrumente noch beherrschen und tatsächlich auch einspielen. Und Förster Funk schlendert hier gaaaaanz gemütlich durch den Wald.

12 SCHECKTER — Some Kind Of Moanin’ [5:08] *

Die Vienna Scientists V endet mit lupenreinem, entspanntem Jazz eines Projekts des munter improvisierenden Grazer Pianisten Peter “PJ” Josel und seinem musikalischen Partner Roman Träxler. Der Titel “Kind of Moanin’” markiert einen dramaturgisch exzellenten Abschluss, wie er geschmackvoller nicht sein könnte.

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