
Die Automatik schaltet einen Gang rauf. Das Seitenfenster gleitet herab, der Highway vorbei. Fahren wir heraus nach Santa Monica, lauschen dem Fahrtwind und dem Motor mit dem großen Hubraum. Und schon halten wir an: Ruhig liegt er da, der Pazifik in seiner Unendlichkeit.
Nein, ein authentisches West-Coast-Album hatten Boozoo Bajou nicht machen wollen. Als Produzenten sind sie der elektronischen Musik verpflichtet. Wenn ich mit “Grains” das Titelstück höre, bekomme ich ein nahezu ozeanisches Gefühl: Ich kann den Pazifik schon fast sehen.
“Grains” ist eine Aneignung traditioneller Stillistiken und ihrer Übersetztung in den Sound von heute. Das Folkfestival “Green Man” wurde dabei zur Inspiration. Boozoo Bajou entdeckten den “Laurel Canyon” Sound des Los Angeles der frühen Siebziger für sich, als nach der wütenden Protestbewegung der ausgehenden Sechziger Musiker wie Neil Young, Joni Mitchell, Jackson Browne, Crosby, Still and Nash es eher entspannt angehen ließen. Boozoo Bajou haben sich von diesen Einflüssen nicht einengen lassen aber das kalifornische Laid-back-Feeling hatten Sie die ganze Zeit im Hinterkopf. Es hat dem Album eine deutliche Färbung gegeben. Und so nahmen sie den Sound von früher und den Geist von heute. Das Ergebnis: Moderne Electronica, wie mann sie so lebendig, so reif kaum je gehört hat.
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