
“Warum sollte er auch?!”, könnte fragen, wer “Shalina Music” zum ersten Mal hört. Und es wird sicher nicht das letzte Mal sein – denn auf Protassovs erstem Album gibt es so viel zu entdecken, dass man sich, wenn der letzte Track “Never Gonna Stop” erreicht ist, wünscht, Protassov würde wirklich nie damit aufhören, was er offensichtlich so gut macht. Und dann will man als Hörer seine Zeit verschwenden und seiner Musik wieder und wieder zuhören. Und wieder.
Bereits seit den ersten Tagen bei Switchstance Recordings mit an Bord, ist der gebürtige Ruhrgebietler Stefan Fuss alias Protassov mit seinen facettenreichen Sound-Sphären und ordentlich Beat-geladenen Tunes zu einer tragenden Säule im breiten Label-Portfolio geworden, und hat sich auf vielen erfolgreichen Compilations sowie in Snow-/Skate-/Surf- Filmen rund um den Globus verewigt. Darüberhinaus hat er für Jugoe (Bastard Jazz), Dr. Rubberfunk (GPS Productions) und andere spannende Remixe produziert.
Protassovs Studio, das Mechano Tonatelier, liegt in einer einsamen Landschaft irgendwo in den industriellen Weiten der zentralen Ruhrgebiets-Metropole Essen. Hier, inmitten einer ungeordneten Vielzahl von Instrumenten und musikalischen Gerätschaften, findet Protassov die Ruhe, seine gechillten Tracks zu komponieren und auszuproduzieren. Doch auch wenn er die meisten seiner Parts selbst spielt und am Computer komplettiert, ist er ganz sicher kein Einzelgänger.
Marcus Stuetz ist ein langjähriger Freund, der auf “Shalina Music” zum ersten Mal musikalisch mit Protassov kollaboriert. Seine Meisterschaft verschiedener Gitarren-Stile ist in vielen der Tracks zu hören und liefert harmonische Gegensätze und groovige Riffs zu den fachmännisch ausgearbeiteten Drums, Percussions und Sample-basierten Sound-Ideen. Bajka ist eine befreundete Sängerin, die bereits mit Beanfield, Bonobo, Radio Citizen oder den Poets of Rhythm gearbeitet hat. Ihre starken Lyrics und schöne Stimme sind im Reggae-Track “I Wonder” zu hören.
Von atmosphärischem Hip Hop wie im Opener “Liquid Season” über Broken Beat Pop wie dem Titelstück “Shalina Music” über nachdenkliche Reggae-Songs wie “I Wonder” und richtige Stomper wie “Fine Times”, mediterran anmutende Flic Movie-Soundtracks wie “Baby Headache”, stimmungsvolle Zen-Soundlandschaften wie in “When We Dance” oder den bereits erwähnten Closer “Never Gonna Stop” – wenn diese Zeit wirklich verschwendet ist, dann sollte man Protassovs Beispiel folgen und seiner “Shalina Music” lauschen!